Der Heimatverein Vorsfelde

Uwe Rosowski und Jörg Blüm

Wir beschäftigen uns seit einem guten Jahr, mit dem Thema Zuwanderung von Flüchtlingen nach Vorsfelde, in der Zeit vor/während und nach dem

2.Weltkrieg, bis zum Jahre 1955.

Unsere Hauptaufgabe, die wir uns selbst gestellt haben, besteht zurzeit aus Interviews, die wir mit Zeitzeugen durchführen.

Die Zeitzeugen die wir interviewen, sind Menschen die als Flüchtlinge damals nach Vorsfelde gekommen sind, aber auch Vorsfelder die zu diesem Zeitpunkt schon hier gelebt hatten.

Wenn man überlegt dass im Jahr 1939 2102 Menschen in Vorsfelde gelebt hatten und im Jahr1956 schon 5739 Menschen, kann man sich heute kaum vorstellen, wie schwer dass alles damals gewesen sein muss.

Damit dass alles nicht ganz in Vergessenheit gerät, haben wir uns als H.A.K. entschlossen diese Interviews durchzuführen, schriftlich festzuhalten und natürlich auszuwerten.

In einem der Interviews habe ich erfahren, wie man nach dem 2. Weltkrieg hier in Vorsfelde seinen Freischwimmer machen konnte und zwar durch meine Frage- in diesem Interviewe:“ Waren sie als Kind in einem Verein?

Ich zitiere aus dem Interview:

nein, außer das Schwimmen, Badeanstalten gab es hier noch nicht, es war ja außer dem Mittellandkanal nichts weiter hier. Es war damals gar nicht so populär dass man irgendwo ins Bad ging, dass gab es noch nicht. Und meine Mutter hat immer gesagt, Schwimmen müsst ihr lernen.

Durch Zufall hatten wir mal erfahren-, das in dem Propstei- Gebäude, ein Herr G. wohnte, und der gab Schwimmunterricht. Das hat damals nichts gekostet, ich wüsste auf jeden Fall nicht, dass es was gekostet hat. Da sind wir dann mit hingegangen.

Es war da nicht wie im Schwimmbad- mit einem Block und Schwimmflügel und so, so was gab es damals noch nicht. Es wurde am Rand vom Mittellandkanal versucht, ob es klappt mit den Bewegungen, und dass immer wieder und wenn der Schwimmlehrer meinte, jetzt wird aber Zeit, dann hieß es: wenn du einmal über den Kanal schwimmst und wieder zurück, dann kannst du schwimmen und hast deinen Freischwimmer“.


Das sind Geschichten, bei denen es schade wäre, wenn sie nicht festgehalten werden und in Vergessenheit geraten würden.

Einige der Flüchtlinge, die heute noch in Vorsfelde wohnen, hatten ursprünglich gar nicht vor hier zu bleiben, sondern wollten nur in Grenznähe der sowjetisch besetzten Zone abwarten wie sich die Lage drüben entwickelt.

Aber es wanderten nicht nur Flüchtlinge zu. Auch das Volkswagenwerk, das im Begriff war zu wachsen zog Menschen nach Vorsfelde. Somit mussten sich die nach dem Krieg wieder eingesetzten Ortspolitiker Gedanken machen dem zunehmenden Strom der Flüchtlinge und anderer Zuwanderer unter zu bringen. Dies war nicht selten unproblematisch und wir wollen über diese Zeit berichten in der die Menschen zusammenrücken mussten und froh waren ohne Bombenalarm ein Dach über dem Kopf zu haben.


Wie wurde aus dem ländlichen Vorsfelde die Kleinstadt Vorsfelde? Wer hat wo und wie gewohnt? Wo konnte man arbeiten und einkaufen? Diese und andere Fragen beschäftigen uns. Wir würden uns freuen, wenn sich Leute bei uns melden und darüber berichten können.


.Diese Fotos  sollen die Lebensituation der Flüchtlinge verdeutlichen.